Paul Klee - Rund um den Fisch

von Alexandra Tuschka


Auf einem dunklen Hintergrund liegt auf einer blauen Platte ein toter Fisch - offenbar für uns angerichtet, ein paar Kräuter liegen noch dabei. Das tiefe Blau erinnert an das Element Wasser, den Lebensraum des Tieres. Auch darunter erkennen wie die Umrisse eines weiteren Fisches. Um diese runde Form sind allerhand Objekte und Symbole angeordnet - organische und geometrische - ohne erkennbaren Zusammenhang. Ein maskenartiges Gesicht wird von einem roten Pfeil bedrängt; daneben ist ein runder Mond zu sehen, daneben ein Halbmond; zu beiden Seiten sind Gläser oder Vasen mit abstrahierten Pflanzen erkennbar. Weiterhin schweben oben noch ein Ausrufezeichen und ein helles Kreuz durch das Bild. Unterhalb des Tellers sehen wir nur schwer in Worte zu fassende Formen, von denen einige floral anmuten. Die reichlich verwendeten Farben Rot, Blau und Gelb kontrastieren deutlich mit dem schwarzen Hintergrund.


Neben dem präsenten Fisch im Mittelpunkt, fesselt der rote Pfeil unserer Aufmerksamkeit und weist auf das menschliche Gesicht. Tatsächlich verwendete Klee Pfeile in seiner Lehre am Bauhaus als Instrumente, um Kraft und Gefühle darzustellen und die Aufmerksamkeit zu lenken. Der Kopf scheint sich wie eine Blüte entwickelt zu haben und spielt womöglich auf das menschliche Bewusstsein an.

Versuchen wir aber nun, die anderen Objekte in einen sinnvollen Zusammenhang zu stellen, scheitern wir. Genau das paradoxe und nicht-Greifbare faszinierte den Schweizer Künstler, der sich schon früh seiner Künstlerausbildung widmete. Einerseits besticht das Werk durch klare Linien und Formen und andererseits wird unser Geist, beim Versuch, dieses Werk und seine Deutung zu benennen, immer unklar bleiben. Es lädt uns vielmehr ein, frei zu assoziieren. Seine - auch spirituellen - Gedanken sind durch seine langjährigen Lehrtätigkeiten gut in Schriften festgehalten.


Während Klee 1931 eine Professur an der Düsseldorfer Akademie erhielt und bis dato eine recht ansehnliche Karriere aufweisen konnte, war es genau dieser Stil, der 1933 von den Nationalsozialisten missachtet wurde. Sie suspendierten den Maler, drangen in sein Atelier ein und stellten neun seiner Werke bei der "entarteten Kunst" aus. Dazu gehörte auch dieses Gemälde, welches als kindlich und ungeordnet verspottet wurde. Klee konnte in seine Schweizer Heimat fliehen, wo er im Jahre 1940 verstarb.


Paul Klee - Rund um den Fisch

Öl auf Leinwand, 1926, 48,5 x 65,5 cm, Museum of Modern Art, New York


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