Jean-Honoré Fragonard  - Die Schaukel

von Alexandra Tuschka

Wir befinden uns auf einer Waldlichtung. Drei Personen sind in heiterem Spiel beisammen. Eine Dame in üppigen, prachtvollen Kleidern ist das mittige Bildmotiv. Sie sitzt auf einer Schaukel, mit der sie spielerisch in die Höhe schwingt. Im Übermut verliert sie sogar einen ihrer Schuhe.

Ein Verehrer liegt in der linken Bildecke und scheint hocherfreut, über den sich ihm bietenden Anblick – denn er kann der Dame unter den Rock schauen. Ein weiterer Mann, womöglich ein Angestellter, verhilft der Dame zu noch größerem Schwung, indem er an den Seilen der Schaukel zieht. Sein Gesicht wird vom Schatten verdunkelt.

Fragonard gilt als einer der wichtigsten Vertreter des verspielten Rokkokos – dieses Gemälde stellt ein Hauptwerk dieser Epoche dar. Im Grunde sind es Genreszenen, die alltägliche Ablenkungen und Tätigkeiten des höfischen Leben zeigen. Sie sind zwar oft so pikant wie Bauernmotive, jedoch werden diese von Fragonard romantisch verklärt. Am französischen Hof unter König Ludwig XV. wurde er dennoch als zu "freizügig" abgelehnt. Von Privatiers erhielt er jedoch zahlreiche Aufträge. Auch dieses Gemälde war eine Auftragsarbeit des Schatzmeisters des französischen Klerus. Er ließ sich sogar in dem Liebhaber vorne portraitieren.




Jean Honoré Fragonard - Die Schaukel

Öl auf Leinwand, 1767-1768, 81 × 64 cm, Wallace Collection in London



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