Edwin Landseer - High Life

von Dr. Stephanie Meier-Kaftan

Der Hund als Symbol der Treue und Loyalität findet sich sehr oft als treuer Weggefährte in Darstellungen von Rittern. Dabei gehören die um die 1830iger entstandenen Malereien von Hunden zu den populärsten Arbeiten des englischen Künstlers Sir Edwin Henry Landseer (1802-1873). Viele dieser Werke waren Auftragsarbeiten, mitunter lebensgroße Tierportraits, während es sich bei einem anderen Teil seiner Arbeiten um unabhängige, kleinformatigere Werke mit erzählerischem Kontext handelt.

Diese Darstellung gehört zusammen mit dem Bild „Low Life“. Auf dem hier gezeigten Werk repräsentiert ein schottischer Hirschhund die aristokratische Welt des Rittertums. Wir befinden uns im Gemach des Hundehalters, der Hund sitzt wachsam neben dem Sessel seines Herrchens und scheint dessen Besitz zu bewachen. Nicht nur die gehobene Zimmerausstattung mit dem Sessel, dem großen Tisch und den Vorhängen am Fenster sondern auch einige weitere Gegenstände weisen darauf hin, dass es sich bei der abwesenden Person um einen Ritter handelt.


Im Hintergrund erblickt man durch das Fenster einen Burgturm mit wehender Flagge. Auf dem Boden liegen Falkner-Handschuhe, zudem befinden sich auf dem Tisch ein Degen, ein Helm, ein Brustschild, ein verziertes Trinkgefäß, in Leder gebundene Bücher, ein halb aufgerolltes Dokument, einen Federkiel sowie einen Kerzenständer dessen Fuß aus einer Adlerklaue besteht.


Landseer hatte zuvor begonnen tierische und historische Bilder zu malen. Zudem illustrierte er so wie der britische Künstler J.M.W. Turner auch die Arbeiten des schottischen Dichters und Schriftstellers Sir Walter Scott. Daher wurde zunächst auch vermutet, dass es sich bei dem hier gezeigten Hund um Scotts Hund Maida handelt, jedoch wirkt der Hund in seiner Haltung und Farbgebung Landseers eigenem und auf anderen Bildern verewigtem Hirschhund ähnlicher.

Edwin Landseer - High life

Öl auf Holz, 1829, 45,7 x 34,9 cm, Tate, London


Edwin Landseer - Low life

Öl auf Holz, 1829, 45,7 x 35,2 cm, Tate, London

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