Jan van Eyck - Portrait des Timotheus

von Alexandra Tuschka

Aus einem schwarzen Hintergrund begegnet uns ein junger, bartloser Mann. Die Worte „Leal Souvenir“, die präsent als Trompe-L’oeil im unteren Teil des Werkes zu sehen sind, zeichnet das Werk als wirklichkeitsgetreues Abbild der Person aus. Die Büste des Mannes ist in das Dreiviertelprofil gedreht, sein Blick reicht bis in die Ferne. Die Identität des Dargestellten ist nicht geklärt. Aufgrund seiner Kleidung ist jedoch nicht davon auszugehen, dass er ein Aristokrat oder Kleriker ist. Es wird vermutet, dass das Gemälde posthum als Andenken entstand.


Van Eyck überwindet die gotisch-höfische Tradition, indem er das Material von Marmor vorn imitiert. Die Hand des Porträtierten hält ein Schriftstück. Sie liegt auf dem Sims und durchbricht die Bildgrenze in die reale Welt. Der dunkle Hintergrund ist jedoch typisch für die flämische Malerei der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts, als dieses Portrait entstand.


Die griechischen Buchstaben, die als “Tymotheus” gelesen werden, können als Transliteration in das Lateinische verstanden werden „tum otheos“ – was gleichsam „Dann Gott“ bedeutet. Ob dies wirklich vom Künstler intendiert war, ist ungeklärt.


Die Rückseite des Gemäldes ist in Mamor-Imitation gemalt. Eine Inschrift verrät uns das genaue Entstehungsdatum: 10 Okt. 1432.




Jan van Eyck - Portrait des Timotheus

Öl auf Holz, 1432, 33.3 cm x 18.9 cm, National Gallery in London

Besuche uns auf

     social media

  • Facebook
  • Instagram
  • Youtube

© 2020 the artinspector