Jan van Eyck - Der heilige Hieronymus im Gehäus

von Alexandra Tuschka


Der heilige Hieronymus, hier in roter Kardinalsrobe, stützt müde sein Gesicht in die linke Hand. Mit der rechten umblättert er die Seiten eines großen Buches. In welchem genau er hier liest, ist nicht zu sehen. Weitere Bücher im oberen Regal, die sich chaotisch übereinanderstapeln, verstärken den Eindruck einer Gelehrtenstube. Das Buch selbst wird also zum Symbolträger.

Weitere wissenschaftliche Geräte füllen die Stube und unterstreichen das Image eines humanistischen Gelehrten – einem Ideal der nordalpinen Renaissance . Dazu gehören Stundenglas, ein Sternhöhenmesser und ein Zirkel. Von oben links fällt das Licht durch das Fenster und erhellt diagonal den mittleren Bildraum. Auch symbolisch steht es für das „Licht“ des Wissens. Am unteren Bildrand befindet sich das Attribut des Heiligen – der Löwe und verweist auf die Heiligenlegende, nach welcher Hieronymus einem Löwen einen Stachel aus der Pfote zog, woraufhin dieser ihm später zur Hilfe kam.


Da das Werk 1442, also ein Jahr nach dem Tod van Eycks datiert war, ging man lange davon aus, ein Schüler habe das Werk zumindest zu Ende geführt haben müssen, wenn auch der Meister selbst womöglich das Werk begonnen hatte. Durch einen Restaurator wurde dann offenbart, dass viele Teile des Gemäldes, die typisch für van Eyck sind, wie bspw. die tiefrote Farbe, übermalt worden waren und das Ursprungswerk wohl doch dem Niederländer zugeschrieben werden kann.




Jan van Eyck - Der heilige Hieronymus im Gehäus

Öl auf Leinwand, 1442, Institute of Art in Detroit

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