Vincent van Gogh - Vase mit 15 Sonnenblumen

von Alexandra Tuschka


Vielleicht ist es das bekannteste Blumenbild der Welt. In van Goghs Vase befinden sich 15 blühende Sonnenblumen. Gelb in Gelb, Orange, ein bisschen Grün und nur an einer Stelle ein blauer Farbtupfer sind die Zutaten dieses bestechenden Werkes. Die eng miteinander verwandten Farben vermitteln den Eindruck einer geschlossenen Komposition , dies sogar, obwohl sich die Blumen so deutlich mit ihren Konturen vom Hintergrund abheben. Mit der klaren durchbrochenen Linie, die in der Vase raffiniert weitergeführt wird, werden beide Bildebenen miteinander verbunden.

Dieses Werk ist eines von einer ganzen Reihe von Sonnenblumenbildern, die 1888 entstanden, als van Gogh gerade 35 Jahre alt war. Wie auch sein Freund Gauguin verzichtete van Gogh auf eine impressionistische Darstellung, indem er dem Hintergrund und dem Motiv klare Formen und Umrisse verlieh. Temperamentvoll und lebendig führte van Gogh seinen Pinsel über die Leinwand. Details und Feinheiten des Lichteinfalls vernachlässigt er – eine Lichtquelle ist hier nicht auszumachen. Vielmehr scheint der Künstler den „Seinszustand“ der Sonnenblumen einfangen zu wollen. Diese scheinen fast von innen heraus zu strahlen, was diesen Zustand nahezu unveränderbar wirken lässt. Gewissermaßen bricht das strahlende Werk mit den meist düsteren Stimmungen, die wir in van Goghs Ouevre so häufig vorfinden.




Vincent van Gogh - Vase mit 15 Sonnenblumen

Öl auf Leinwand, 1888, 92,1 x 78 cm, National Gallery in London

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