Paolo Uccello - Der heilige Georg

von Alexandra Tuschka


Eine Frau ist durch eine Kette an einen grünen Drachen gebunden, von rechts stürmt ein Ritter herbei und sticht eine Lanze in dessen Auge. Der Drache blutet.

Wir sehen den Drachenkampf des hl. Georg, eine Geschichte der „legenda aurea“, die an ein Rittermärchen erinnert. Die prachtvoll gekleidete Frau links ist die Königstochter, die vom Drachen zu seiner Besänftigung als Opfer verlangt wurde. Georg ritt im Namen des Kreuzes gegen den Drachen an und konnte ihn verwunden. Er nahm den Gürtel der Königin als Halsband für das Monster und führte es aus der Stadt. Er versprach, den Drachen zu töten, wenn sich die Menschen christlich taufen ließen. Diese leisteten dem Wunsch Folge und auch Georg hielt sein Wort und tötete das Monster. Obwohl ihm als Dank die Hand der Königstochter und Reichtum versprochen wurde, setzte Georg daraufhin seine Reise fort.


Die Komposition in Uccellos Gemälde ist klar gegliedert und mit narrativen Elementen versetzt. Auf störende, dekorative Bildelemente wurde verzichtet. So zeigt er die Höhle des Drachen links im Hintergrund. Eine wirbelartige Wolkenformation unterstützt den Ansturm des Ritters. Links im Bild steht die Königstochter aufrecht und erwartungsvoll. Präsent als Hindernis wurde der Drache zwischen beiden Personen positioniert. Die lange Lanze Georgs zieht sich diagonal durch den Bildraum.

Der Wendepunkt der Geschichte ist hier auf seine wichtigsten Elemente reduziert. Die Königstochter zeigt noch verzweifelt auf den Drachen, während links Angriff und Sieg in einem Moment zusammenfallen.




Paolo Uccello - Der heilige Georg

Öl auf Leinwand, ca. 1470, 55,5 x 74 cm, National Gallery in London

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