Jean-Francois Millet - Die Ährenleserinnen

von Alexandra Tuschka


Zehn Jahre lang studierte Millet das Motiv, bis diese Beschäftigung schließlich in diesem Werk seinen Abschluss fand. Das Leben der Bauern und des ländlichen Proletariats war ein beliebtes Thema des Malers.

Es ist bereits Abend in diesem Bild. Die Sonne hat die Umgebung in ein rötliches Licht getaucht. Die hier gezeigten Damen haben Erlaubnis, auf den abgemähten Feldern die übriggebliebenen Ähren aufzulesen. Wie ritualisiert dies von statten geht, zeigen die fast parallel angeordneten Frauen, die nach den Ähren greifen. Die rechte Dame hat sich zwar bereits aufgerichtet, krümmt aber weiterhin den Rücken, um mit ihrem Blick den Boden nach Nahrung abzusuchen. Heuschober, Garben, Wagen und zahlreiche Erntetarbeiter befinden sich als Kontrast dazu im Hintergrund. Ein Verwalter zu Pferde ist ebenfalls zu sehen – er überblickt und kontrolliert das Geschehen.


Millets Blick auf das schwere Schicksal der Ährenleserinnen ist durchweg zärtlich – homogen fügen sich die Bäuerinnen in die lichtgeflutete Umgebung; fast anmutig wirken sie in ihrer nahezu meditativen Beschäftigung.




Jean-Francois Millet - Die Ährenleserinnen

Öl auf Leinwand, 1857, 84 x 111 cm, Musée d'Orsay in Paris

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