Quentin Massys - Erasmus von Rotterdam

von Alexandra Tuschka


Nachdenklich senkt der Mann sein Gesicht. Sein Blick führt aus dem rechten Bildrand hinaus in die Weite. Seine Hände haben es sich auf einem aufgeschlagenen Buch bequem gemacht, die rechte setzt zum Schreiben an. Welchem Gedanken hängt der große Denker Erasmus von Rotterdam hier nach? Das Gewand des Mannes ist schwarz und nüchtern. Nicht nur, dass dies der zeitgenössischen, männlichen Mode entsprochen hat – diese Kleidungswahl betont auch den Fokus des Dargestellten auf die inneren Werte.


Auf den Regalen im Hintergrund stapeln sich ungeordnet einige Bücher. Diese gehören zu den unabdingbaren Utensilien eines Intellektuellen. Dieses Gemälde steht am Anfang einer Bildnisreihe des großen Humanisten und prägte seine nachfolgenden Darstellungen nachhaltig. Meist wird er als Intellektueller oder Literat beim Schreiben oder Studieren gezeigt.

Erasmus ist auch dem deutschen Künstler Albrecht Dürer begegnet – welcher ihn 1526, und somit ca. 10 Jahre nach Mattys in einem Kupferstich verewigte. Der Spruch an der Tafel links betont: Das bessere Bild von ihm zeigen seine Schriften. Und fordern den Betrachter so auf, sich mit dessen Werk auseinander zu setzen.





Quentin Massys - Erasmus von Rotterdam

Öl auf Holz, 1517, 59 x 47 cm, Palazzo Barberini in Rom


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