Ernst Abraham Josephson - La joie de vivre

von Alexandra Tuschka


Der im Exil in Paris lebende schwedische Künstler Josephson zeigt in diesem heiteren Bild eine innige Familienszene. Ein alter Mann mit Brille liegt auf seinem Krankenbett mit aufgeschüttelten Federdecken. Er hält die Zeitung in der Hand und amüsiert sich über die dort stehenden Neuigkeiten; sein Lachen offenbart die lückenhaften Zahnreihen. Der Mann ist von drei Personen umgeben: seiner Frau, seiner Tochter und dem Enkel. Auch auf ihren drei Gesichtern erkennt man Erheiterung über das Vorgelesene. Das Gesicht des Jungen ist von der Zeitung jedoch halb verdeckt. Die Frauen tragen schwedische Trachtenhüte und die räumliche Umgebung gleicht einer bäuerlichen Stube.

„La Joie de Vivre“ – „die Lust am Leben“ ist ein Titel, der hier irritieren mag. Die gezeigte Situation zeigt auf den ersten Blick nicht die erbaulichsten Umstände - ein kranker, womöglich sogar todkranker Mann in einer ärmlichen Bauernstube.


Doch Josephson ging es offenbar um eine andere Aussage – dass nicht große Gesten oder Ereignisse nötig sind, um Freude im Herzen zu haben. Nicht einmal Zähne sind für ein freies und offenes Lachen in diesem Fall nötig. Nein, die kleinen Momente des Glücks sind weder auf Reichtum noch auf Schönheit angewiesen.




Ernst Abraham Josephson - La joie de vivre

Öl auf Leinwand, 1887, 81 x 66 cm, Nationalmuseum in Stockholm

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