Francisco de Goya - Der Hund

von Alexandra Tuschka


Wir wissen nicht, aus welchem Grund Goya ein so unkonventionelles Motiv gewählt haben könnte, nur, dass dieses Fresko zu den berühmten „Pinturas negras“ gehört - zu den schwarzen Bildern, die Goya ab den 1820ern an die Wände seiner Quinta del Sordo malte - eine Sequenz morbider, meist alptraumhafter Motive. Diese Bilder wurden von den Wänden genommen und sind heute im Prado zu sehen, während der ehemalige Landsitz des Malers heute zerstört ist. Das Motiv selbst ist so minimal und unspezifisch strukturiert, dass es von vielen als im höchsten Maße symbolisch eingeordnet wird: der Hintergrund teilt sich in zwei Hälften. Unten zieht sich eine braune Fläche diagonal durch das Bild. Mittig schaut ein kleiner Hundekopf eben dieser Bewegung nach. Der Hintergrund ist mit einem hellen Ockerton durchzogen, der jedoch im rechten Bildteil abrupt abdunkelt. Dies verstärkt den bedrohlichen Eindruck dieses Bildteiles, der auf den Hund zuzukommen scheint. 

Das Motiv macht es dem Betrachter aufgrund seiner wenigen Anhaltspunkte schwer, die Szene einzuordnen. Der Rezipient muss sich auf seinen Sinneseindruck und die direkte Emotionalität verlassen. Die Unbehaglichkeit, die beim Betrachten des Werkes ausgeht, ist dabei der kleinste gemeinsame Nenner. Viele Interpretationen berufen sich auf die geistige Verfassung Goyas. Der Hund könnte somit die toten Seelen in die Unterwelt begleiten oder aber selbst ein Symbol für die Abgeschiedenheit und Einsamkeit des Malers sein. Oben und unten werden assoziativ oft in „Himmel“ und „Erde“ unterteilt; hier könnte jedoch genauso gut ein Fels oder eine Wand gemeint sein. Oder befindet er sich im Treibsand und droht, unterzugehen?  Die Beengtheit der Szene wird zudem durch das langgezogene Format bestärkt.


Das Gemälde hat viele spätere Maler inspiriert, so unter anderem Antonio Saura, der als es gar als das schönste Gemälde der ganzen Welt bezeichnete oder Joan Miró, dem es im Prado am besten gefiel.

Francisco de Goya - Der Hund

Fresko, um 1820, 134 × 80 cm, Museo del Prado in Madrid

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