Valentin de Boulogne - Die Falschspieler

von Alexandra Tuschka


Oh oh! Das sieht nicht gut aus für den Jungen rechts, der so konzentriert versucht, mit seinen Karten einen Stich zu landen. Man kann ihm seine Angespanntheit förmlich vom Gesicht ablesen. Sein Gegenspieler, ein anderer Junge mit rotem, federgeschmücktem Barrett ist da schon in einer besseren Position. Der zieht bereits eine Karte aus dem Ärmel, mit der er das Spiel sicher gewinnen wird. Eine dunkle Gestalt hat sich aus dem Hintergrund herangeschlichen und ihm durch Handzeichen einen Tipp gegeben. Obwohl sein Gesicht verhüllt ist, erkennt der Betrachter leicht, dass dieser Mann um einiges älter ist und womöglich auch gern das ein oder andere Glas Bier zu sich genommen hat. Seine Hand hat er am Griff des Degens – sollte der Junge den beiden auf die Schliche kommen, wird der Ausgang der Partie mit Waffen geregelt.

Das hier gezeigte Bildmotiv, auch die Licht- und Schattenführung, zeigt deutliche Einflüsse Caravaggios, mit dessen Werk de Boulounge womöglich in Rom in Kontakt kam. Der aus Frankreich stammende Boulonge schuf mit seiner nahsichtigen Komposition ein verblüffend plastisches Werk. Die ominösen Halbweltsgestalten, die wir auch hier sehen, sind ein wiederkehrendes Bildmotiv des Malers.





Valentin de Boulonge - Die Falschspieler

Öl auf Leinwand, 1617, 137 x 95 cm, Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden

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