Canaletto - Die ehemalige Kreuzkirche zu Dresden

von Alexandra Tuschka


Es ist ein wichtiges Stück Zeitgeschichte, das der italienische Maler Bernardo Bellotto, genannt „Canaletto“ auf die Leinwand bannte:

Zu sehen ist die ehemalige Kreuzkirche in der Dresdner Innenstadt, von der Südostseite des Altmarktes betrachtet. Auf der Nordseite wird sie von prachtvollen, palaisartigen Häusern umrahmt. Die Staffage umfasst zahlreiche vornehme Personen und Kirchgänger, die nach Beendigung des Gottesdienstes um 14:10 Uhr die Kirche verlassen. Oben auf der Balustrade entdeckt man zwei Turmbläser mit Posaunen, die zweimal täglich vom Turm Musik erklingen lassen.

Mit 26 Jahren wurde der italienische Maler von August III. nach Dresden gerufen, um als Vedutenmaler insgesamt 14 großformatige Gemälde der Stadt anzufertigen. Eine Vedute bezeichnet die wirklichkeitsgetreue Ansicht einer Landschaft oder eines Stadtbildes. Dem Ziel der realistischen Abbildung sind alle anderen Aspekte der Bildgestaltung, wie Licht und Schatten oder die Farbgebung, dabei untergeordnet. So gibt Canaletto die Architektur der Kreuzkirche zwar detailgetreu wieder, dennoch soll er aber verschiedene Vorskizzen zu einem harmonischen Ganzen zusammengefügt haben, sodass die Abbildung nicht zu 100 Prozent der Wirklichkeit entsprochen haben wird.


Es war typisch für Canaletto, zunächst mittels einer Camera Obscura, einer kleinen Lochbildkamera, mehrere kleine und mittlere Zeichnungen anzufertigen und diese dann über ein Liniengitter auf die große Leinwand zu übertragen. „Die ehemalige Kreuzkirche zu Dresden“ zeichnet sich durch eine gedämpfte und kühle Farbigkeit aus. Wir finden tiefe Gelb-, Braun- und Grautöne und nur wenig farbige Akzente. Der architektonische Charakter des Gemäldes wird durch den harten Kontrast von Licht und Schatten unterstrichen, der zur Festigung der Formen beiträgt.




Canaletto - Die ehemalige Kreuzkirche zu Dresden

Öl auf Leinwand, ca. 1751, 196 x 186 cm, Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden


und heutige Ansicht.

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