Motive, Symbole, Figuren

Wer sind die "Sirenen"?

Die Sirenen, die auch heute noch zahlreiche Künstler inspirieren entsammen der griechischen Mythologie. Sie sind Töchter des Flussgottes Acheloos und der Muse Melpomene. Es sind weibliche Wesen, halb Frau, halb Vogel oder Fisch. Je nach antike Quelle beziffern die Autoren diese auf zwei (bei Homer), drei oder acht (Bei Ovid). Die bekanntesten Eigennamen sind dabei Partenophe – Mädchenstimme, Leukosia „die Weiße und Ligeia die Helltönende.

Die Sirenen sind bekannt für ihren unglaublich verführerischen Gesang der in jedem , der diesen hört eine unsterbliche Sehnsucht auslöst, diesen näher zu kommen. Das freilich bedeutet für Fischer und Seefahrer häufig den Tod, da sie sich mit ihren Booten den Klippen von Antemoessa näherten, wo sich diese befanden. Die Sirenen waren gefährlich, denn sie verschlangen daraufhin die Opfer.

In diesem Bild sehen wir Ligeia, die Helltönende, welche die Bildwelt der Symbolisten eroberte. Sie ist eine rothaarige Schöne, deren schöne menschlichde Gestalt dem Betrachter präsentiert wirde. Sie setzt an, auf der Sarinda zu spielen, ein Instrument, welches im indischen Kulturkreis angeordnet wird. Ligeia ist sehr anmutig, allerdings verrät ihr Blick Unheil. Zwischen ihrer rechten Hand und dem Gesicht der Frau sehen wir die ahnunglosen nächsten Opfer heransegeln.

In der bildenden Kunst werden die Frauen zu famme fatales, zu wunderschönen aber grausamenen Verführerinnen. Da es Künstlern nicht möglich war, den schönen Gesang darzustellen, werden die Sirenen auf den Leinwänden zu hocherotischen Wesen, oft nackt und einnehmend, den männlichen Betrachter ihre Einwilligung zu sexuellen Handlungen suggerierend. Die Instrumente, meist Saiteninstrumente, manchmal Tamburin und Krotalon sind als Attribute hinzugefügt.

Eine berühmte und dramatische Episode ereignet sich während der Odyssee. Odysseus bekam von der Zauberin Kirke den Rat, sich von seinen Gefährten an den Mast seines Schiffes binden zu lassen und ihn – egal, wie sehr er sich winde, befahl oder flehte, nicht wieder loszubinden. Seinen Männern füllte er die Ohren mit Wachs. Waterhouse verbildlicht diese Szene. Die Sirenen sind hier halbe Vogelwesen mit schwarzen Flügeln, die Odysseus kreisförmig und bedrohlich umringen. Er ist im Profil zu sehen, seine Männer scheinen unbeeindruckt.

Im Werk von Herbert James Draper ist der Konflikt noch stärker nachzuvollziehen. Hier sind die Sirenen nackt und nähern sich den Männern hingebungsvoll. Auch der Betrachter kann gut nachvollziehen, dass nicht alleine der Gesang diese Verführung ausmacht. Die drei Schönen scheinen das Schiff plötzlich zu erstürmen und sich erst an Bord vollständig zu einem Menchen zu Verwandeln. An der Rothaarigen Frau erkennt man noch gut den Fischschwanz. Sie haben die Münder zum Singen geöffnet. Odysseus neigt ihnen sein Ohr entgegen. Die restlichen Männer sind gewillt, sich nicht ablenken zu lassen.
Die Sirenen können bis heute noch Künstler inspirieren. Auch der bekannte Dichter Goethe lässt in seinem Gedicht von 1779 eine ählniche Gestalt auftauchen, die Schönheit und Gesang miteinander vereint.

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Ein Fischer saß daran,
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
Teilt sich die Flut empor:
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war's um ihn geschehn;
Halb zog sie ihn, halb sank er hin
Und ward nicht mehr gesehn.

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