5 Der Sündenfall

(Gen 2,26 - 3,23)
Das aus der Urgeschichte der Bibel mit Abstand am häufigsten gezeigte Motiv ist der Sündenfall. Er bezeichnet den Beginn der Scham, der Schmerzen unter der Geburt, der harten Arbeit und der Vertreibung aus dem Paradies. Der Wunsch, vom Baum der Erkenntnis zu essen, wird auch als "Ursünde" bezeichnet - leider auch eine Erbsünde, die an alle Nachfahren Adams und Evas weitergegeben werden. Bis schließlich Jesus am Kreuz uns von diesem Leiden erlöst. Somit entsprechen sich typologisch diese beiden Szenen .

Seit der Renaissance wird das Bildthema auch singulär gezeigt, wobei Eva von der unschuldigen Mittäterin schonmal zur aktiven Verführerin werden kann. Meist stehen beide rechts und links um den Baum der Erkenntnis, Eva hat den Apfel in der Hand oder reicht ihn ihrem Gefährten.

Adam kratzt sich ungläubig am Kopf. Er hat einen Apfel in der Hand und schaut zu seiner Frau, die ihm andeutet, von diesem zu essen. Sie hat den verführerischen "Schlafzimmerblick".

Mittig teilt der Baum der Erkenntnis das Bild in zwei gleichberechtigte Hälften. Die Schlange allerdings ist nur rechts zu sehen, ebenso ein Hirsch, der für die Wollust ein häufiges Symboltier war.

Cranach löst das Problem der Nacktheit, indem er "wie zufällig" die Äste und Blätter der Umgebung vor die Scham positioniert. Adam und Eva in nahezu realen Proportionen zu zeigen, war eine gelungene Möglichkeit, um Menschenstudien auf die Leinwand zu bannen.

Beide Personen sind schön und entsprechen dem damaligen Schönheitsideal. Evas hier bereits sehr verführerische Aufmachung reiht sich in die Themen der "Weibermacht" ein, mit denen sich Cranach auseinandergesetzt hat.

Lucas Cranach – Adam und Eva
Öl auf Holz, 1528

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