4 Die Erschaffung Evas und Leben im Paradies

(Gen 2,21 - 2,25)
Weitaus mehr als die "Erschaffung Adams" können wir die "Erschaffung Evas" in der bildenden Kunst finden. Aus einer Rippe des schlafenden Adams geformt, wird Eva zu dessen Begleiterin. Auch dies ist symbolisch zu verstehen - die Rippe aus der Mitte des Menschen bezeugt diese Rolle (nicht vom Kopf oder Fuß wurde sie entnommen). Eva ist ihm ebenbürtig. Das Bildthema findet sich meist in zyklischen Darstellungen und ist nur selten Thema einzelner Bildwerke. Das Paradies, in dem die beiden ersten Menschen leben, ist meist ein undefinierter, aber von der örtlichen Umgebung des Künstlers deutlich beeinflusster Ort. Manchmal begrenzt eine Mauer diesen Garten.

Gottvater erschafft mit dem Segensgestus - er muss nicht wirklich Hand anlegen - und schon steht eine schöne Blonde vor ihm. Adam ist in sich zusammengesunken in einen tiefen Schlaf gefallen.

Eva faltet die Hände und macht damit ihre Demut vor dem Schöpfer und seiner Schöpfung deutlich. Sie entsteigt aus einer Rippe, was viele Künstler dadurch lösen, dass sie hinter der Körpermitte Adams hervortritt.

Rossis Vegetation ist spärlich. Nur zwei einsame Bäumchen wehen im leichten Wind im Hintergrund. Typisch für ein Fresko reduziert sich die Szene damit auf das Wesentliche.

Beide Figuren entsprechen dem zeitgenössischen Schönheitsideal mit blasser Haut und hellen Haaren. Eva ist etwas beleibter, Adam ein schlanker, aber muskulöser Mann.

Martin Rossi - Die Erschaffung Evas
Fresko in der Kirche San Marcello al Corso in Rom

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