3 Adam gibt den Tieren Namen

(Gen 2,19 - 2,20)
In nur zwei kurzen Zeilen wird eine sehr schöne Zwischenepisode erwähnt. Adam wird von Gott aufgetragen, den Tieren Namen zu geben. Das liegt an einer Fähigkeit, die dem Menschen innewohnt - bspw. auch im Kontrast zu den Engeln, die diese Fähigkeit nicht besitzen: die Phantasie. Diese kurze Episode macht Adams Herrschaftsanspruch über Eva deutlich, da er vorher erschaffen wurde. Das Bildthema eignete sich hervorragend für Galeriestücke oder zum Darstellen der eigenen Fähigkeiten bzgl. des Artenreichtums. Oft finden wir Tiere vor, die zum Entstehungszeitpunkt noch nicht von den Künstlern real gesichtet wurden, so dass anatomische Feinheiten von der Natur abweichen können.

John Miles of Northleach spezialisierte sich in seinem Werk auf Landschafts- und Tiermalerei. Adam, der den Tieren Namen gibt, war so ein willkommenes Sujet, um eine Vielzahl an Tieren in einer weiten Naturlandschaft darzustellen.

Adam ist hier in seiner Priorität untergeordnet. Klein, aber mit expressiven Gesten, sitzt er am rechten Bildrand. Noch gibt es keine Scham vor der Nacktheit. Der Künstler löst das Problem, indem er Adam "wie zufällig" hinter einem Busch positioniert.

Einheimische Tiere - wie das "English Longhorn" - tummeln sich friedlich mit Exoten. Der Löwe im Vordergrund nimmt entspannt Blickkontakt zu uns auf.

Das ganze Werk besitzt Wimmelbild-artigen Charakter, an denen sich das Auge nicht satt zu sehen scheint.

John Miles of Northleach - Adam gibt den Tieren Namen
Öl auf Leinwand, 19. Jahrhundert, 71 x 98 cm, Privatsammlung

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