20 Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht

(Gen 25,27 - 25,34)
Nach Abraham gilt Jakob als einer der Gründungsväter der Bibel. Er ist der Sohn Isaaks und somit der Enkel Abrahams. Lange bleiben er und seine Frau Rebekka kinderlos. Endlich wird sie doch schwanger mit Zwillingen. Diese bekämpfen sich jedoch bereits im Mutterleib, was von einem Engel mit der Prophezeiung begleitet wird, dass "der Ältere dem Jüngeren dienen wird." Als die Kinder zur Welt kommen, ist Esau, ein Rothaariger als erstes auf der Welt, danach kommt Jakob mit dunklen Haaren. Die Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein. Esau ist wild, behaart und geht gerne in die Natur, Jakob ist ein stiller Denker. Esau wird Jäger, Jakob hingegen Hirte. Esau wird vom Vater sehr geliebt, der introvertierte Jakob von seiner Mutter bevorzugt, die ihn auch in dieser Szene manchmal aktiv unterstützt. Als Esau eines Tages nach Hause kommt, stirbt er vor Hunger und bittet Jakob ihm von dem frischen Linsengericht zu essen zu geben, was dieser zubereitet hat. Daraufhin erpresst ihn Jakob und lässt sich das Erstgeborenenrecht durch einen Eid übertragen. Die Bibel beschreibt weiterhin, dass Esau auf dieses Recht nicht viel Wert gelegt hat. Damit bezeugte er, dass er dieses Recht nicht wert war, welches später von Mose als ein heiliges festgehalten wurde.

Die Szene wurde im Barock beliebt und dort gerne in eine intime Interieur-Umgebung gesetzt, oft erhellt nur ein Kerzenschein das Bild. Das hier etwas "dunkles" vorgeht, also ein Betrug wird auch damit verbildlicht. Rebekka ist nicht mehr schön, wie in ihrer Jugend, sondern erinnert in ihrer Darstellung an Kupplerinnen der niederländischen Malerei. Auch heute noch nennt man etwas ein "Linsengericht", wenn es die günstige Gegenleistung für etwas sehr wertvolles ist.

Die drei Personen sind in einer intimen Szene zu sehen, bei der die Mutter Rebekka aus dem dunklen kommt und den Sohn der Szene zuführt.

Esau kommt hier von rechts ins Bild und nimmt den Teller mit Linsen entgegen. Jakob hingegen sitzt links und zeigt mit seinem Finger gen Himmel, um seine Bedingung klar zu machen.

Brot und eine Karaffe stehen links, ansonsten ist das Bild stark reduziert und nur durch einen sanften Lichtschein erhellt.

Auf weitere Attribute wie Jagdhunde oder Jagdstab wurde verzichtet. In vielen anderen Versionen machen die Künstler die Brüder so deutlicher erkennbar.

Gioacchino Assereto - Esau verkauft sein Erstgeborenenrecht
Öl auf Leinwand, 1645, 98 x 124 cm, Palazzo Bianco, Genua

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