2 Die Erschaffung Adams

(Gen 2,5 - 2,18)
Am 6. Tag, nach der Erschaffung der Tiere, formt Gott aus einem Lehmklumpen einen Menschen. Er haucht ihm durch die Nase Leben ein. Diese Überlieferung wird aus - offensichtlich - ästhetischen Gründen nicht häufig verbildlicht. Generell ist die Reduzierung des Geschehens auf die "Erschaffung Adams" äußerst selten. Obwohl uns von Michelangelo so ein berühmtes Werk überliefert ist, wählen die meisten Künstler das Motiv des schlafenden Adams und der Erschaffung Evas.

Adam erhebt sich träge aus einem matten Untergrund. Typisch für Michelangelo ist er jung, schön und unglaublich muskulös.

Eva schaut neugierig herüber und inspiziert den schönen Nackten. Sie ist also bereits von Gottvater angelegt. Viele Engel begleiten die beiden.

Die Draperie, in welcher Gott heranfliegt wurde schon häufig Gegenstand von Spekulationen: Ist hier eine Gebärmutter, ein Gehirn oder gar ein Herz gemeint?

Adams Hand ist noch schlaff und wartet nur darauf, den lebensspendenden Impuls zu bekommen. Anders als in der Bibel beschrieben, wo es um einen "Hauch in die Nase" geht, überträgt sich der Lebensfunke hier über die Berührung.

Michelangelo – Die Erschaffung Adams (6. Tag)
Fresko, 1508, Rom, Sixtinische Kapelle

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