16 Lot und seine Töchter

(Gen 19,30 – 19,38)
Nachdem Lot und seine zwei Töchter unversehrt aus der Heimat fliehen konnten, rasten sie. Da die Mutter zur Salzsäule erstarrte und die Töchter fürchten, dass es keine Nachkommen ihrer Sippe geben könnte, beschließen sie, den Vater betrunken zu machen. Jede legt sich eine Nacht zu ihm. Der Plan ist erfolgreich und beide werden schwanger. Die Söhne Moab und Ben-Ammi gründen die Stämme der Moabiter und Ammoniter. Diese Stämme sind aus sündhafter Abstammung (Inzest) und waren Israel feindlich gesinnt.

"Lot und seine Töchter" ist ein hochsexuelles Bildthema, welches eine religiöse Legitimation bot, um eine sexuelle Handlung eines alten Mannes mit zwei jungen Frauen zu zeigen. Entgegen der Quelle verführen die Töchter den Vater auf den Leinwänden meist gleichzeitig und sind gegeneinander austauschbar. Oft sieht man im Hintergrund noch die brennende Stadt. Die sexuelle Handlung kann von einem vagen Griff nach einer Tochter bis hin zu drei nackten Körpern in expliziter Haltung variieren. Die höchste Verbreitung hatte das Bildthema in der Renaissance und im Barock.

Lot ist hier deutlich schon betrunken, denn er hat im Suff die Augen geschlossen. Seine zwei Töchter flankieren ihn; die rechte schaut fragend zum Vater nach oben. Ist er schon soweit?

Die Szene ist in einen Freiraum gebettet, in welchem ein provisorisches Zelt aufgebaut wurde. Der schwere rote Stoff ist dennoch vom erotischen Gehalt und bietet einen intimen Rahmen.

Im Hintergrund sehen wir nicht nur die brennenden Städte, sondern ebenso hinten rechts die zur Salzsäule erstarrte Ehefrau von Lot, die sie auf dem Weg zurücklassen mussten.

Viel fehlt nicht mehr, denn Lot ist bereits nackt und nur noch durch ein gelbes Tuch bedeckt. Gleich werden die beiden Frauen zur Tat schreiten.

Francesco Hayez - Lot und seine Töchter
Öl auf Leinwand, 1833, Privatsammlung

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