15 Sodom und Gomorrha

(Gen 18,16 - 19,38)
Die drei Gäste wurden von Abraham auf eine Anhöhe begleitet, von der aus man zwei Städte sehen konnte. Die Städte Sodom und Gomorrha, die sich bis heute im Sprachgebrauch für eine Umgebung von Sünde und Schmutz gehalten hat, sollten Gott bestraft werden. Abraham bat die Engel, die Städte zu verschonen, wenn sie nur 10 Gerechte darin finden. So gingen die Engel in die Städte und trafen dort auf Abrahams Neffen Lot, der zwei von ihnen aufnahm. Die anderen Bewohner aber, wollten, dass er sie freigibt, um mit ihnen zu verkehren. Daher war auch der Begriff "Sodomit" für einen Homosexuellen lange ein gebräuchlicher Begriff. Die Engel begleiteten Lot und seine Familie aus der Stadt, es gab nur ein Gebot: sich nicht umzudrehen. Beide Städte gingen in hohen Flammen auf. Lots Frau, deren Namen nicht erwähnt wird, dreht sich um, und erstarrt zur Salzsäule. Die anderen werden heil von Gott herausgeleitet.

Diese Szene bezeugt wieder, dass der Fromme und Gottesgläubige verschont wird, während Ungehorsam, für das auch Lots Frau steht, hart bestraft wird. Lot ist als alter, bärtiger Mann zu sehen, der in Begleitung von seinen zwei Töchtern, manchmal auch noch seiner Frau (bevor sie sich umsah) begleitet wird. Viele Künstler öffnen den Blick auf Flammen- und Feuerszenen und kreieren ein Weltuntergangsszenario. Manchmal ist das Bildthema "Lot und seine Töchter" bereits als Teilszene integriert. Manchmal sieht man Lots Frau im Hintergrund, als eine Person, die auf dem Weg erstarrt stehen geblieben ist.

Ein Engel kommt von links heran und sprüht Feuer auf die bereits brennenden Städte. In dem recht dunkel gehaltenen Bild, erscheint die helle Horizontlinie umso stärker.

Da Lot nur zwei Töchter hat, kann man daraus schließen, dass die linke Figur auch ein Engel sein muss, der die drei aus der Bedrohung leitet. Dieser ist durch seine Ähnlichkeit zu den Töchtern jedoch sehr menschlich gestaltet.

Jahre nachdem Corot das Gemälde im Pariser Salon von 1844 ausgestellt hatte, reduzierte er es erheblich, indem er den Himmel und die Landschaft auf der rechten Seite verkleinerte.

Die Gestalt der Mutter ist hier nur noch als rudimentärer Schatten zu sehen, der mit seiner Blickrichtung nach rechts deutlich macht, welche Szene vorangegangen ist. Lot und die Begleiter hingegen sind durch die Lichtführung sehr plastisch herausgearbeitet.

Camille Corot - Sodom und Gomorrah
Öl auf Leinwand, 1843 und 1857, 92,4 x 181,3 cm, Metropolitan Museum, New York

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