13 Abraham und Melchisedek

(Gen 14,18 - 14,24)
Abraham ist der erste der großen Erzväter im Altes Testament und ist auch der Begründer und Stammvater des israelischen Volkes. Er wird nicht nur im Christentum, sondern auch im Islam und Judentum verehrt. Er ist mit Sara verheiratet, die Ehe bleibt lange kinderlos. Er folgt dem Ruf Gottes, mitsamt seiner Frau und seinem Neffen Lot, in das fremde Land Kanaan. Lot ging nach Sodom, Abraham blieb in den Bergen. Schließlich gerieten einige Einwohner aus Sodom in Gefangenschaft, aus der Abraham diese befreite. Auch Lot war darunter. Daher wird Abraham als der erste erfolgreiche Feldherr gehandelt. Bei seiner Rückkehr begegnete er Melchisedek, den König von Salem (Jerusalem). Dieser segnete Abraham und gab ihm Wein und Brot. Diese Begegnung wird in der Kunst meist durch eine direkte, respektvolle Gegenüberstellung beider Männer gelöst. Abraham wird meist als bärtiger, älterer Mann dargestellt. Er wurde erst spät Vater, da war er bereits 100 Jahre alt. Oft trägt er eine Tunika mit Mantel, manchmal auch einen Judenhut. Die Szene entspricht typologisch dem Abendmahl Christi. Brot und Wein sind ebenso die Hauptelemente der Eucharistie.

Beide Männer sind im Beisein ihrer Gefolgschaft in der Bildmitte zusammengekommen. Im Bildmittelpunkt findet die Übergabe des Brotes statt. Der Wein wird in zwei Amphoren am unteren Bildrand gelagert.

Im Hintergrund wird die Geste der Brotübergabe kopiert, indem Kinder der Gefolgschaft Melchisedeks dieses an die Soldaten verteilen.

Melchisedek trägt hier den Camauro, die päpstliche Kopfbedeckung. Sein Mantel mit Hermelinbesatz betont zudem seine adelige Herkunft.

Ein Mann am unteren rechten Bildrand schaut den Betrachter unverhohlen an. Er ist als Repoussoir-Figur ein Vermittler zwischen den Bildgründen. Auch die Engel, die den Vorhang zurückziehen, haben diese Funktion.

Peter Paul Rubens - Abraham und Melchisedek
Öl auf Holz, um 1625, 66 x 82,5 cm, National Gallery of Art, Washington D.C.

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