12 Der Turmbau zu Babel

(Gen 11,1 -11,9)
Die Bibel macht einen gewissen Zeitsprung. In dieser Episode wimmelt die Welt bereits von Menschen. Diese machen es sich zur Aufgabe, ein Zeichen zu setzen, so dass Gott es sehe. Dieser allerdings sendet den Erbauern verschiedene Sprachen, so dass der Bau des Turmes damit sabotiert wird. Der Name "Babel" könnte dabei ein sprechender Name sein von dem hebräischen Wort "bālal" ab, für "verwirrt".

Diese Episode wird oft als Paradebeispiel für den Hochmut der Menschen gesehen, die sich über Gott erheben, allerdings wird in der Bibel das genaue Motiv Gottes nicht erwähnt. Die Bibel erwähnt Nimrod als Stadtgründer. Womöglich soll auch der Turm als Rettung vor einer weiteren Flut dienen. Typologisch wird das Sprachwunder zu Pfingsten der Sprachverwirrung hier gleichgesetzt.

Das Hauptwerk Breugels ist so prominent, dass man sagen könnte: Kennst du dieses, kennst du alle. Meist verjüngen sich spiralförmige Türme nach oben hin. Der wimmelbildartige Charakter und die naturgetreue Darstellung von Arbeitsweisen macht das Thema für Kabinettstücke attraktiv. Besonders beliebt wurde es in den Niederlanden des 16. und 17. Jahrhunderts.

Der imposante Turm ist in die Umgebung von Antwerpen eingebettet, das damals mit 100000 Einwohnern zu den Metropolen der damaligen Welt gehörte.

Ein Kran thront auf einer Rampe des Turms rechts. Es braucht drei Männer, um ihn zu bedienen. Ein Stein, der am Kran hängt, wird hochgezogen. Einer dieser Kräne soll in Antwerpen auf dem Markt gestanden haben.

Die Architektur des Turms selbst verjüngt sich nach oben. Romanische und Antike Einflüsse sind erkennbar. Die weißen, festen Außenwände sind rechts oben durchbrochen, so dass wir die roten Ziegeln im Inneren erkennen können.

Im Vordergrund ist der Stadthalter Nimrod zu sehen, der mit seiner Gefolgschaft ins Bild kommt. Diese sind allerdings schon so verwirrt, dass sie ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können. Andere fallen ehrfürchtig auf die Knie.

Pieter Bruegel d.Ä. - Der Turmbau zu Babel
Öl auf Leinwand, 1563, 114 × 155 cm, Kunsthistorisches Museum in Wien

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