Carl Bloch - In einer römischen Osteria

von Alexandra Tuschka


Drei Menschen sitzen an einem Tisch und nehmen Blickkontakt zum Betrachter auf. Es scheint, als unterbreche dieser ein Mittag- oder Abendessen, zu dem sich ein Mann und zwei Frauen eingefunden haben. Sie zeigen jedoch völlig unterschiedliche Reaktionen auf dessen Anwesenheit. Der Mann mit Hut rechts ist skeptisch. Seine Augenbrauen haben sich zusammengezogen; offenbar stört ihn das Eindringen des Betrachters. Eine Gabel hat er nahezu angriffslustig auf den Tisch gestemmt und auch ein Messer ragt aus seiner Hosentasche hervor. Man wagt es kaum, einen Schritt näherzutreten.

Im Kontrast zu ihm, flirten die zwei Damen umso einladender. Die linke Frau öffnet genüsslich ihren Mund, Messer und Gabel sind allerdings leer und können als Phallussymbol gedeutet werden. Die rechte Frau nippt verspielt am Weinglas und wirft uns einen intensiven Blick zu. Eine Katze sitzt neben ihnen auf der Bank und starrt den Betrachter ebenso eindringlich an. Im Hintergrund sind drei feine Herren bei einem angeregten Gespräch zu erkennen.Was für eine drastische Gegenüberstellung!

Was passiert hier eigentlich? Das Bildthema konnte bisher nicht eindeutig entschlüsselt werden. Aber was schwer zu beschreiben ist, ist immerhin offen für allerhand Interpretationen.




Carl Bloch - In einer römischen Osteria

Öl auf Leinwand, 1866, 148,5 x 177,5 cm, Statens Museum for Kunst in Kopenhagen

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